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Martina Müller und Franz Wellendorf (Hg.)
Zumutungen. Die unheimliche Wirklichkeit der Übertragung
2007. 468 Seiten, gebunden
EUR 21,00
ISBN 978-3-89295-781-2
Es gibt heute keine psychoanalytische Position, die die zentrale Bedeutung der Übertragung in der Kur bestreiten würde. Was sie aber ist und welche Bedeutung ihr in der Behandlung zukommt, wird in den verschiedenen psychoanalytischen Schulen kontrovers diskutiert. Die Funktion des Analytikers steht im Fokus des Nachdenkens über den Prozeß der Übertragung und Gegenübertragung.
Die Autoren widmen sich, in vier Themenschwerpunkten übersichtlich zusammengefaßt, den konzeptionell unterschiedlichen Auffassungen zur Arbeit mit der Übertragung und bieten von daher jedem Psychotherapeuten - ob psychoanalytisch, tiefenpsychologisch arbeitend oder in der Ausbildung befindlich - eine fundierte Kenntniserweiterung an. Darüber hinaus ist es das Anliegen der Herausgeber, dem Leser mit kurzen Einführungen zu den Schwerpunktthemen den Einstieg in den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Diskussion zum Thema Übertragung zu erleichtern.
Inhalt
1 „Knoten“ - Schwierige Übertragungs-Gegenübertragungskonstellationen
Theorie: Aktuelle Konzeptionen zum Übertragungsverständnis in der Diskusssion
Klaus Grabska: Einführung in die Konzeption von Antonino Ferro
Antonino Ferro: Die Gegenübertragung und die Charaktere in der psychoanalytischen Sitzung
Walter Marggraf: Einführung in die Kontroverse des „intersubjective turn“ für die Übertragung
Jessica Benjamin: Unser Treffen in Theben. Anerkennung und Angst, den Patienten zu verletzen
David Bell: „Ich bin der Geist, der stets verneint!“ Verneinung: Das Wirkungsprinzip des Thanatos
Praxis: Der Analytiker im Zentrum behandlungstechnischen Nachdenkens
Ralf Zwiebel: Gedanken zur phobischen Position des Analytikers
Ingo Focke: Wie Deutungen gehört werden
Ursula Kreuzer-Haustein: Schwer erträgliche Affekte im Analytiker
Thomas Reitter: Zum Spannungsverhältnis zwischen Verstehen und Nicht-Verstehen in psychoanalytischen Behandlungen - Konsequenzen für die Behandlungstechnik
Zum Unheimlichen in der Übertragung: Körpernahe Interventionen und Verwandlungserfahrungen
Wulf Hübner: Verwandlungserfahrungen und Augenblicke der Wahrheit
Gabriele Poettgen-Havekost: Manifestationen des impliziten Beziehungswissens in der Übertragung
Diana Pflichthofer: Sich anstecken lassen - Das Unheimliche der Leibhaftigkeit
2 „Trauma“ - Der Einbruch des Traumas in die Übertragungsbeziehung
Mercedes Dohrn-van Rossum: Einführung in das Verhältnis von Übertragung und Trauma
Shmuel Erlich: Terror innen, Terror außen. Der Analytiker zwischen unheimlicher und faktischer Realität
Jochen Haustein: Traumatische Episoden in der analytischen Beziehung
Glen O. Gabbard: Die Rolle des Traumas des Analytikers bei der Pathogenese professioneller Grenzverletzungen
Alfred Bringmann: „Der Weg durch die Eiszeit“ - Erfahrungen von Zeitlosigkeit und Ohnmacht in der analytischen Arbeit
3 Kunst und Übertragung
Klaus Theweleit: Music in the air. Der Dritte Körper. Transference und Übertragung durch technische Medien
Kunstausstellung
Martina Müller: „Drive Blind“: Vergessen-Wollen, nicht Erinnern-Können. Filmdiskussion zu „Mysterious Skin“ von Gregg Araki
4 „Feuerlärm“ - Liebesübertragungen
Wilfried Ruff: „Wer verliebt ist, ist demütig“ (Freud). Übertragung und Widerstand im Lieben
Wilhelm Brüggen: „A fool for love and love is blind ...“. Über unsere Schwierigkeiten mit den Überschwenglichkeiten der Liebe
Die Herausgeber
Martina Müller, Jg. 1954, Diplompsychologin, Psychoanalytikerin (DPG, DGPT) in eigener Praxis in Hamburg. Tätigkeit in Klinischer Psychologie und Psychotherapie. Dozentin am DPG-Institut Hamburg.
Franz Wellendorf, Jg. 1935, Dr. phil., Prof. em. für Psychologie an der Universität Hannover. Mitglied und Lehranalytiker der DPG, der IPV und der DGPT; aff. Mitglied der DPV; Guest Member der British Psycho-Analytical Society. Vorsitzender der DPG seit Mai 2001.
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