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Ettl: Das bulimische Syndrom
[3-89295-704-5]
29.35 €

Thomas Ettl
Das bulimische Syndrom
Psychodynamik und Genese

2001, 448 Seiten, gebunden
EUR 29,35 / sFr 52,00
ISBN 3-89295-704-5

 

Unter den Eßstörungen nimmt die Bulimie eine Sonderstellung ein, da an ihr Erkrankte im Unterschied zur Anorexie und Adipositas vom Leibesumfang her unauffällig bleiben. Insofern handelt es sich um eine "heimliche" Eßstörung. Die Heimlichkeit ist Ausdruck einer Beziehungsphobie, die sich nachweisen läßt, wenn man den Verlauf des Symptoms, ausgehend vom Planen eines Eßanfalls bis hin zum Befinden der Patienten nach dem Erbrechen, untersucht.
Die den Anfall begleitenden Affekte und Phantasien zeigen die Notwendigkeit, Beziehungen zu Personen zu vermeiden, um das Objekt zu schonen. Aber auch das Selbst sieht sich in der Beziehung bedroht, von überwältigenden Affekten vernichtet zu werden. Was zwischenmenschlich ver- und gemieden werden muß bzw. unerfüllt bleibt, wird hinter verschlossener Tür mit dem Nahrungsmittel ersatzweise ausgelebt.
Die Entstehung und die defensive Funktion des Hungers ist ebenso Gegenstand der Untersuchung wie die sich im Anfallsverlauf ändernde Bedeutung der Nahrung. Um das Eßsymptom gruppieren sich weitere Symptome, die in engem psychodynamischem Zusammenhang mit der Eßstörung, letztlich mit der Beziehungsstörung stehen, so daß es aus klinischer Perspektive gerechtfertigt ist, vom "bulimischen Syndrom" zu sprechen. Die Anamnese zeigt, daß es sich bei der Bulimie nicht ausschließlich um eine Erkrankung der Pubertät handelt, daß sie vielmehr bereits in der Kindheit angelegt wird und dort in beträchtlichen Symptomen ihre Vorgeschichte hat, denen sich später das Eßsymptom anfügt. Die Funktion der Bulimikerin in ihrer Herkunftsfamilie, die pathogene Bedeutung der Mutter- und der Vaterimagines, die sexualisierte Flucht zum Vater und die damit verbundenen Komplikationen in der späteren Objektwahl und der Sexualität stehen bei der Untersuchung der Ätiologie im Vordergrund.

Der Autor
Thomas Ettl, Jg. 1942, Dr. phil., Diplom-Psychologe und Psychoanalytiker, Mitbegründer des Frankfurter Arbeitskreises für Psychoanalytische Pädagogik, mehrere Jahre Mitherausgeber der "Zeitschrift für psychoanalytische Theorie und Praxis", arbeitet in eigener Praxis in Frankfurt a.M.
 

 
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